Über mich

Inge Patsch

Jahrgang 1952, 2 Kinder und 5 Enkelkinder sind das Wesentliche

 

ICH LEBE ALLEIN und in Zeiten der Quarantäne aufgrund des Corona Virus bin ich besonders froh, um Buchstaben, Worte und Bücher.

Die Literatur gehört für mich neben der Musik wohl zur größten Quelle von Inspiration.  Selbst zu schreiben ist Herausforderung und schenkt manchmal Zufriedenheit.


1. April 2020

Seit 10. März habe ich Axams nicht mehr verlassen und bin überwiegend allein daheim. Mir ist sehr bewusst, dass ich ganz besonderes Glück mit meiner Wohngegend habe. Ich schaue auf einen blauen Himmel, weiße Berge und grüne Wiesen. Drinnen geht mir niemand auf die Nerven außer ich selbst.

 

Mich erinnert diese Quarantäne an eine Zeit vor fast zwanzig Jahren. Damals war ich aufgrund eingeschränkter körperlicher Bewegungsfreiheit ans Haus gebunden. Ich lag die meiste Zeit herum und habe gelesen, Musik gehört oder Filme gesehen. Die Empfehlung meines Chirurgen war, ich solle strenge Schonung über vier Monate einhalten. Der Blick zurück schenkt mir das Vertrauen für all das was auf mich, meine Kinder und Enkelkinder zukommt.

Die ersten Tage nach meinem Krankenhausaufenthalt war ich unfähig etwas anderes zu tun als zu liegen und zu schlafen. War ich wach, dann blickte ich auf das Weinlaub vor dem Fenster. Sonst war mir nichts möglich. In meinem Tagebuch fehlt eine Zeit von zwei Wochen und doch ist die Erinnerung gegenwärtig. Diese beiden Wochen gehören zu einer ganz besonderen Zeit meines Lebens. Obwohl ich wusste, dass ich nach meinem Krankenstand arbeitslos sein werde, hatte ich weder Angst vor der Zukunft noch Sorgen, was meine Genesung betrifft. Das Betrachten des Weinlaubs und der Trauben, die sich langsam von grün auf blau färbten, war meine Tagesbeschäftigung.

Bisher habe ich darüber nie geschrieben und nur wenigen Menschen davon erzählt. Vielleicht erleben manche Menschen jetzt - während der Quarantäne - eine ähnliche Stimmung. Für mich ist es dies ein Geschenk des Lebens, das man nicht planen und nicht herbeiführen kann. Was nicht geht, diesen Zustand, dieses Erleben mit dem Verstand erfassen zu wollen. Das einzige was möglich ist, sich diesem Geschenk zu öffnen und die innere Ruhe und das Vertrauen spüren.



Geschichte zur Inspiration

aus: "Mich in meinem Leben finden"

Im Alter von fünfzig Jahren wurde ich arbeitslos und innerhalb von drei Monaten hatte ich mich bei mehr als dreißig Stellen beworben. Von den meisten Firmen erhielt ich keine Rückmeldung und jene, die sich die Mühe einer Absage machten, schrieben mir, dass ich überqualifiziert sei, was so viel bedeutet wie: zu alt und zu teuer. Nach drei Monaten war mir klar, mehr Energie in neuerliche Bewerbungen zu stecken hatte keinen Sinn. So wagte ich den Schritt in die berufliche Selbständigkeit und zwar in den Bereich der Erwachsenenbildung. Diese kannte ich bisher nur von der Teilnehmerinnenseite und von meiner Ausbildung in Logotherapie und Existenzanalyse. Mich hat die Sinnlehre von Viktor E. Frankl begeistert, doch die Logotherapie beruflich auszuüben, daran hatte ich nie gedacht. Im Blick zurück kommt es mir fast wie ein Märchen vor. Im Märchen müssen die Helden, bevor sie glücklich bis an ihr Ende leben, jede Menge an Schwierigkeiten überwinden. Ganz ähnlich ist es im Leben.


Meine Bücher

Taschenbuch

11. Auflage