September 2021 - September 2022

Viktor E. Frankl

 

Am 2. September 2022 jährt sich der Todestag von Viktor Frankl zum 25. Mal.

 

Zwischen dem Geburtstag und dem Sterbetag steht auf Grabsteinen ein Gedankenstrich.

"Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit man auf der Erde lebt, sondern wie viel man aus dem Gedankenstrich macht." Dieser Gedanke von Joan Erikson brachte mich auf die Idee aus dem Werk von Viktor Frankl einiges auszuwählen und mit Menschen zu teilen, die an der Existenzanalyse und Logotherapie interessiert sind.

 

Viktor Frankl hat sehr viel aus seinem "Gedankenstrich" gemacht und eine kleine Auswahl davon können Sie im Lauf des kommenden Jahres auf dieser Seite lesen. Ich wähle Gedanken aus, die nicht so bekannt sind und freue mich, wenn mich einige auf dieser "Reise zum persönlichen Sinn" begleiten.

Monatlich werden jeweils zwei Sinnimpulse auf dieser Seite zu lesen sein.


Gedanken von Viktor E. Frankl

August Sinnimpuls Nr. 22

„„Herrlich ist es zu wissen, dass die Zukunft, meine eigene Zukunft und mit ihr die Zukunft der Dinge, der Menschen um mich, irgendwie – wenn auch in noch so geringem Maße – abhängig ist von meiner Entscheidung in jedem Augenblick. Was ich durch sie verwirkliche ‚in die Welt schaffe‘, das rette ich in die Wirklichkeit hinein und bewahre es so vor der Vergänglichkeit.“

Die Sinnfrage in der Psychotherapie



Meine Entscheidung in jedem Augenblick hat mehr mit meinem Leben zu tun als die Rahmenbedingungen, auf die ich in unserer Gesellschaft treffe. Es liegt tatsächlich in meinen Händen, ob ich zuversichtlich oder resigniert einen neuen Tag beginne. Nein, ich habe keine rosarote Brille auf, doch es gibt so viel Gutes und noch viel mehr gute Menschen. Nur wird sehr selten über sie berichtet, denn angeblich interessiert das niemand.

Das Besondere an der Logotherapie ist, dass sie Menschen etwas zutraut. Außerdem kennt diese Sinnlehre keine Ideologie. Die Sinnlehre von Viktor E. Frankl kennt Werte, Menschen und Dinge, die uns berühren und für die wir unsere Kraft einsetzen.

Der große Respekt, den die Logotherapie dem einzelnen gegenüber hat, verzichtet auf jede Form von Drohung: "Wenn du dies nicht befolgst, dann wirst du schon sehen wie weit du kommst." Formulierungen, die Menschen in die Enge treiben kennt die Logotherapie nicht.

Doch sie fordert heraus. Sie traut jedem Menschen zu, dass er aus eigener Kraft, Ja zu seinem Leben sagen kann und sie mutet ihm diese Herausforderung auch zu. Das bedeutet ja nicht, dass alles, erfolgreich verlaufen wird. Jede und jeder wird im Leben vor Situationen gestellt, die ein Wagnis sind. So ähnlich ist es auch bei einer Bergtour. Die Natur und die Berge berühren manche Menschen so sehr - Viktor E. Frankl gehörte auch zu ihnen - dass sie den Gipfel erreichen wollen und dafür die Mühe des Aufstiegs auf sich nehmen.