Logotherapie zum Kennenlernen

Aufgrund der besonderen Situation mussten ich alle Vorträge, Lesungen, Seminare und die Werkstatt der Lebensfreude absagen. In persönlichen Begegnungen werde ich immer angesprochen, ob es nicht eine Einführung in die Logotherapie gibt - ohne sofort eine Ausbildung zu absolvieren.

Mit meinem Team im Tiroler Institut für Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl habe ich diese Idee endlich umgesetzt.

Wir bieten auf unseren Internetseiten die Mögichkeit, die Logotherapie und Existenzanalyse auf eine praktisch umsetzbare Art und Weise kennenzulernen.

Seit mehr als dreißig Jahren begleiten mich die Inhalte der Logotherapie und Existenzanalyse.

Seit fast zwanzig Jahren freue ich mich, die Inhalte in Vorträgen, Seminaren und in meinen Büchern mit anderen zu teilen.

Die Sinnlehre von Viktor E. Frankl ist für mich zu einer verlässlichen Orientierung geworden. Hätte ich nur zwei gute Gründe, auf die Warumfrage zu antworten, dann ist der erstens die Freiheit, die Viktor E. Frankl dem Menschen zutraut und in Verbindung mit Verantwortung dem Menschen zumutet.

 

Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch in seinem Inneren einen „Ort“ hat, an dem er frei ist: Frei von eigenen und fremden Ansprüchen, frei von Erwartungen und Absichten, frei von Ehrgeiz und Konkurrenzdruck, frei von Verwirrung und frei von Furcht und Sorge.

 

Zweitens ist es dieses Zitat:

 

Die Idee eines Willens zum Sinn darf nicht im Sinne eines Appells

an den Willen missdeutet werden.

Glaube, Liebe, Hoffnung lassen sich nicht

manipulieren und fabrizieren.

Niemand kann sie befehlen.

Selbst dem Zugriff des eigenen Willens entziehen sie sich.
Ich kann nicht glauben wollen,
Ich kann nicht lieben wollen,
ich kann nicht hoffen wollen -
und vor allem kann ich nicht wollen wollen.Viktor E. Frankl

 

 

Schon als Kind habe ich gewussst, dass ich nicht wollen wollen kann. Ich erinnere mich gut daran, als ich diesen Text zum ersten Mal gelesen habe. Endlich versteht mich jemand, so dachte ich und ich habe die Seite 101 der "Ärztlichen Seelsorge" (dort stehen diese Sätze) nie mehr vergessen.

Was ich "brauche" ist etwas, das mich inspiriert, interessiert und begeistert.

 

Inspiriert uns ein Mensch oder seine Gedanken oder die Natur oder Musik, dann heißt dies nicht, dass es sofort um die Umsetzung dessen geht, was uns berührt. Vorerst geht es nur darum, wahrzunehmen, was löst dieser oder jene Gedanke in mir aus. Trifft er auf etwas in mir, das ich kenne? Fremde Gedanken könnten wir so betrachten, wie fremde Bilder in einem Museum. Das eine wird uns mehr ansprechen als ein anderes. Anlässlich einer Ausstellung von Peter Paul Rubens im Kunsthistorischen Museum in Wien zog mich ein Selbstportrait in seinen Bann. Ich schaute die anderen Bilder an und kehrte immer wieder zum Selbstportrait zurück. Am Ende betrachtete ich lange dieses Bild und als ich im Museumsshop ein Brillenetuie mit genau diesem Selbstportrait entdeckt habe, kaufte ich es mir und ich nehme es täglich in die Hand. Den Zauber, den dieses Bild in mir auslöste kann ich nicht beschreiben. Das Betrachten tut mir nach wie vor gut.

 

Die Zeit bis das Covid 19 Virus die Welt in vielen Teilen lahmgelegt hat, war in unseren Breitengraden geprägt von einem „plan to go“. Das „Tunmüssen“ war immer einem bestimmten Plan untergeordnet, einem Ziel, einer bestimmten Vorstellung wie etwas ausgehen soll. Das Virus hat sehr viele Vorstellungen zerstört und die Realität der meisten Menschen ist eine völlig andere als im Februar 2020.

 

Gewiss sind die Rahmenbedingungen im Außen wichtig, doch auf einige haben wir keinen Einfluss und können sie auch nicht ändern. Doch dieser "innere Ort" in uns selbst, dort wo unsere Sichtweise begründet ist, diesen "Ort" können wir ändern und viele von uns werden eine neue Art des Lebensrhythmus im Innen finden.

 

Sidney Poitier, der amerikanische Schauspieler hat seiner Enkelin Briefe geschrieben „Was ich dir noch sagen wollte“. Darin schildert er:

 

„Ich glaube, es wäre einfach wunderbar, eine neutrale Zone zu haben,

wo man – wenn zahlreiche Belastungsproben, Sorgen und Verpflichtungen

einen immer weiter auslaugen oder die Außenwelt durch Zeitungen, Fernsehen, Mobiltelefone, iPods usw. einen unerträglichen Druck ausübt –

die eigenen Gedanken und empfindsamen Gefühle in einem Maße steuern kann,

dass man sich den Befehl gibt, zur Ruhe zu kommen,

die Dinge nicht so ernst zu nehmen und völlig loszulassen.“

 

Diese neutrale Zone ist der Trotzmacht des Geistes von Viktor Frankl sehr ähnlich. Jene geistige Kraft, die Menschen befähigt, stärker zu sein und zu werden, als das was sie klein zu machen droht.