Neuigkeiten und Gedanken

Für all jene, die an den Liedern von Reinhard Mey ebenso viel Gefallen finden, wie ich, habe ich einen guten Tipp. Im Februar 2018 kommt Reinhard Mey wieder nach Österreich - noch gibt es für Innsbruck, Bregenz und Salzburg Karten - aber nicht mehr viele. Der Großteil der Konzerte ist bereits ausgebucht.

 

Zum Saalplan für das Kongresshaus  in Innsbruck und zum Ticketservice von Reinhard Mey


Juli 2017

Sollte ich es einmal schaffen
neben dir mich selbst zu achten
ohne mich behaupten zu müssen
dann werde ich dich lieben können
ohne Schatten

Erika Pluhar

 

Vor vierzehn Jahren habe ich diesen Text von Erika Pluhar bei einer Lesung in Schloss Mattsee anlässlich der Pädagogischen Werktagung zum ersten Mal gehört. Seit dem begleiten mich diese Zeilen, einmal mehr, einmal weniger intensiv. Ich mag diese Gedanken und die Herausforderung, die damit verbunden ist.

Vom 10. - 14. Juli bin ich wieder bei der Pädagogischen Werktagung in Salzburg. Diesmal als Referentin und ich freue mich über die Einladung sehr. Mein Werkkreis lautet: "Nicht nur Kinder haben Rechte ...."

 

2003 verfasste ich vom Werkkreis von Günter Funke eine Mitschrift mit Literaturhinweisen. Mich haben seine Vorträge so inspiriert, dass ich sie auch lesen wollte. Da ich mir beim Hören nicht so viel merken konnte, habe ich mehr als fünfzig seiner Vorträge transkribiert. Ich bin sehr froh, dass diese Gedankenschätze in meinem Computer "geborgen" wie in einer vollen Scheune sind. Bald ist es ein Jahr, dass Günter gestorben ist und im Denken und Danken an ihn, stelle ich die Mitschrift vom Werkkreis 2003 gerne zur Verfügung. Es handelt sich um ein gesprochenes Wort und und nicht um einen geschrieben Text.

Viel Freude beim Lesen, beim Erinnern und beim mutigen Umsetzen seiner Anregungen wünsche ich allen, die den Text finden.

Download
Die schöpferische Kraft des Lebens als "Bildungsquelle"
Mitschrift des Werkkreises von Günter Funke aus dem Jahr 2003 von der Pädagogischen Werktagung, Salzburg
PWT 2003.pdf
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Juni 2017

"Sei wer du bist und sag was du fühlst,

denn die, die das stört zählen nicht

und die, die zählen stört es nicht."

Theodor Seuss Geisel

 

Einem Menschen zu begegnen, der ähnlich fühlt und denkt gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen, die es gibt. Das Teilen können von etwas Wertvollem, von etwas, das einem am Herzen liegt ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Der Wunsch belebende Gedanken und Ermutigendes mit anderen zu teilen, hat mich noch einmal auf die Idee gebracht einen Kongress zu veranstalten. In knapp vier Monaten gibt es im Herbst im Bildungshaus Schloss Puchberg zum Thema HOFFNUNG viel Inspiration und vor allem Begegnung mit Menschen, die an ähnlichen Werten interessiert sind.

Seit Gründung des Tiroler Instituts für Logotherapie arbeite ich ohne öffentliche Gelder und logischerweise ist dies eine ziemliche Herausforderung und bedeutet viel Engagement. Ganz besonders freut mich, dass alle Referentinnen und Referenten das gleiche Honorar für ihren Vortrag bekommen. Dadurch wird deutlich, dass die gute Sache wichtiger ist als Geld. Immer mehr bin ich überzeugt, dass Zufriedenheit im Leben durch Dankbarkeit genährt wird. Und ich bin unsagbar dankbar, dass die Planung noch einmal gelungen ist. Sogar mein Körper hat sich auf die Kongressvorbereitung umgestellt. Ich wache ohne Wecker um 5.00 in der Früh auf und dann beginne ich mit viel Freude zu arbeiten.

Ja, ich kann mit Freude sagen, dass mich meine Arbeit freut und dass sich für mich und mein Leben der Einsatz lohnt. Jedoch nicht deswegen, weil sich so ein Kongress "rentiert" - sondern viel mehr deshalb, weil es zum Schönsten gehört, Menschen zu ermutigen und die Liebesfähigkeit im Alltag zu stärken.

 

Mai 2017

"Ein Leben aus dem Gewissen heraus ist immer ein absolut persönliches Leben
auf eine konkrete Situation hin."

Viktor E. Frankl

 

Der Begriff Gewissen hat in der Existenzanalyse und Logotherapie von Viktor E. Frankl eine andere Bedeutung, als jene, die vielleicht allgemeine Gültigkeit hat. "Das Gewissen ist eine Uhr, die immer richtig geht - nur wir gehen manchmal falsch." Erich Kästner hat das Gewissen auf diese Weise beschrieben und damit kommt er dem, was Viktor Frankl meinte ziemlich nahe. Frankl bezeichnete das Gewissen als Sinnorgan, welches uns auf der Orientierung nach sinnvollen Möglichkeiten - die müssen ja nicht immer nützlich sein -  leitet.

Für mich war diese Erkenntnis für mehr als 25 Jahren in wahrsten Sinn des Wortes SEGENSREICH. Der reiche Segen, den die Logotherapie in mir bewirkte, hat und hatte nichts mit finanziellen Vorteilen zu tun. Ja, ich bin mittlerweile dankbar, dass mich die Logotherapie auch beruflich ausfüllt und erfüllt. Doch das Segensreiche dieser Lehre liegt im Vertrauen an das eigene Gespür - auch wenn es dabei in keiner Weise um ausschließlich positive Gefühle geht.

Lebe ich so, dass ich meinem Gewissen ein Mitspracherecht einräume, dann wird es in mir ruhig und ich bin gelassen. Vielleicht nicht immer heiter und fröhlich, aber vertrauensvoll gelassen und ich spüre die Kraft, die mir das Leben schenkt.

Viel Mut auf dem Weg, dem eigenen Gewissen zu folgen!

 

April 2017

"Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unseren Enkelkinder!

Bertha von Suttner

 

Sich "würdig zu zeigen" - eine Wortwahl, die ungefähr 100 Jahre alt ist. Hat sie ausgedient oder spricht sie mich noch an? Fühle ich mich kleiner, wenn ich mich "würdig zeige"?

Würde - Respekt - Anerkennung - Selbstachtung . . . diese Begriffe tauchen in mir auf, wenn ich nachdenke, was "würdig zeigen" für mich bedeutet.

Manche Menschen ordnen der Würde jene Anerkennung zu, welche den Status eines Menschen im Blick hat, wie er lebt, welchen Beruf er hat, was er ereicht hat und wie bekannt er ist. Seit ich denken kann ist mir das Duckmäusertum, welches nur das sichtbare Äußere sowie messbare Leistung respektiert, zuwider. Leistung ist eine gute Sache, doch respektieren kann ich sie nur dann, wenn jemand den Erfolg nicht als einziges Ziel im Leben hat.

Noch immer kann ich mich für Menschen begeistern und wenn ich genau hinschaue, wo der Grund meiner Begeisterung liegt, ist es meistens das, was ein Mensch ausstrahlt, wie er sich anderen zuwendet, wie herzlich und wie mitfühlend er ist. Übrigens meine ich auch, dass es wesentlich ist sich seiner Leistungen bewusst zu werden. Niemand braucht das, was er leistet klein reden - auch das gehört zur Selbstachtung.

Peter Bieri erwähnt in seinem Buch "Eine Art zu leben- über die Vielfalt menschlicher Würde" auch die Achtung vor sich selbst: "Selbstachtung kann auch darin bestehen, dass man einfordert, was einem aufgrund von Leistung zusteht. Auch das ist eine Form, zu sich zu stehen." Mehr dazu >>>

Vielleicht ist dies eine ganz besondere Art, sich dem Dasein als Großmutter "würdig" zu zeigen.

 

März 2017

"Das heiige Nichttun bedeutet nicht, dass alles von selbst,

sondern es bedeutet, dass man äußerlich oder handwerklich

„nach menschlichen Regeln“ so viel Können erworben hat

und innerlich oder seelisch so viel Vertrauen

‚in die Weisungen des Himmels’ gewonnen hat,

dass man sich spielen lässt

Weisheit aus Tibet

 

Das Nichttun kann auf das „s“ im Nichtstun verzichten. Lassen wir uns von der Kreativität inspirieren. Wofür könnte das „s“ stehen? Worauf könnten wir verzichten: auf Sorgen, auf Schnelligkeit, auf Sensationen, auf Selbstquälerei und Selbstanklage? Viel zu schnell meinen viele, dass Nichttun „nichts tun“ bedeutet. Das Nichttun stärkt unsere Ehrfurcht vor dem Leben, die Geduld, das Warten-Können und vor allem das Vertrauen.

 

Vermutlich schenkt uns das Nichttun die gute Erinnerung an das, was wir bereits geleistet und bewältigt haben. Viktor E. Frankl verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff der vollen Scheunen: In der Vergangenheit ist alles unverlierbar geborgen. Das Nichttun verlangt von uns die Bereitschaft in Ruhe nachzudenken, ohne sofort ein bestimmtes Ergebnis anzustreben. Unseres Herzens Stimme ist leise, sehr leise manchmal. Im Blätterwald der Natur hören wir sie eher als im Blätterwald der Medien.

Zur persönlichen Pflege der Herzenskraft gehören Menschen, die uns inspirieren. Dabei ist es nicht so wichtig, ob wir sie persönlich gekannt haben oder nicht. Wichtig ist nur, dass wir offen sind und uns inspirieren lassen ohne sofort mit einem JA, ABER Wertvolles beiseite zu schieben oder abzuwerten.

Sinnvoll wäre - wenigstens einmal im Monat – die gute Passivität oder wie Martin Schleske es nennt, das „heilige Nichttun“ zu pflegen. Martin Schleske, ein Geigenbauer, schildert in seinem Buch „Herztöne“ was erforderlich ist, dass aus einem Stück Holz eine Geige wird und wie uns diese Erkenntnisse auf dem Weg zum Menschsein helfen könnten.

Viel Mut zum Üben des "heiligen Nichttun" und viel interessante Erfahrungen dabei.

 

Februar 2017

 

"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."

Sprichwort aus Asien

 

Die Aktionen des neuen Präsidenten der USA lassen kaum jemanden unberührt. Ich verfolge zwar nicht jede Meldung, doch Zusammenhänge, wie bestimmte Dinge möglich sind interessieren mich sehr. Ich möchte mich nicht nur an Schlagzeilen orientieren, sondern an Hintergründen, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Ich brauche die Information, dass es noch Politilker gibt, die für Menschenrechte einstehen. DIE ZEIT, die deutsche Wochenzeitung mit eigenen Seiten für Österreich schätze ich für gründliches Recherchieren und vor allem für eine Sprache, die in weiten Teilen ohne Gruselpropaganda auskommt. Sie mutet uns allerdings viel Realität zu.

Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur der ZEIT schrieb in einem Artikel zum Terrorismus: "Es geht um den Glauben der Menschen daran, dass sich unsere offene, freiheitsliebende und tolerante Gesellschaft auch wehren kann..."

Dieses Wehren beginnt für mich dort, wo ich den Mut habe meine Meinung zu sagen - auch wenn sie anderen nicht gefällt. Um sich eine Meinung zu bilden, brauche ich Menschen, die eine andere Sichtweise haben als ich und von denen ich lernen kann. Ich brauche Menschen, die mich mit ihren Gedanken herausfordern. Hans Joachim Maaz, Arzt und Psychologe aus Halle (D) ist einer von vielen, von denen ich mich inspirieren lasse. Über den verständnisvollen Wunsch dazuzugehören gibt es von ihm einen Vortrag, für den sich die halbe Stunde zuhören lohnt. "Wie krank ist unsere Gesellschaft?"

Einfache und auf den ersten Blick logische Aussagen vernebeln uns viel zu oft unseren Verstand. Lassen Sie sich nicht von der Grandiosität mancher Reden blenden, sondern vertrauen Sie Ihrem Gespür und schärfen Sie in Ihren Verstand.

 

Jänner 2017

"...es scheint wichtig zwischen 'Werten' und 'Interessen' zu unterscheiden. Das ist nicht immer leicht, denn beides sind Kriterien, an denen wir Entscheidungen ausrichten. Während ein Wert die Haltung eines Menschen gegenüber dem Leben zum Ausdruck bringt, richtet sich ein Interesse darauf aus, etwas zu bekommen."

Natalie Knapp, Kompass neues Denken

 

Und wieder hat ein neues Jahr begonnen und ich freue mich auf dieses Jahr. Den Anfang dieses Jahres verbrachte ich in Berlin und erfüllte mir einen 15 Jahre alten Wunsch. Der Wunsch enstand in einer Nacht, in der ich aufgrund körperlicher Einschränkungen ziemlich verzweifelt war. Ganz im Sinne der Selbstdistanzierung von Viktor Frankl malte ich mir in Gedanken aus, was ich erleben möchte, wenn ich diese Nacht überstehe. Drei Wünsche hatte ich mir ausgemalt: die Rax, den Hausberg von Viktor Frankl besuchen, Reinhard Mey einmal bei einem Konzert in Berlin zu erleben und Jochen Kowalski noch einmal life zu erleben. Die beiden ersten Wünsche konnte ich schon vor mehr als zehn Jahren erleben und das Konzert mit Jochen Kowalski erlebte ich am 3. Jänner in Berlin.

Diese drei Wünschen sind für mich viel mehr als  "nur Interesse". Es sind Werte, die mir am Herzen liegen und ich bin sehr, sehr dankbar, dass mir das Leben die Erfüllung dieser "Wertewünsche" geschenkt hat.

 

In den nächsten Wochen freue ich mich aufs Schreiben und erneut widme ich mich dem Vertrauen. Daraus soll ein neues Taschenbuch entstehen: "Vertrau auf dein Gefühl und lebe mutig". Es erscheint im Juli 2017.

 

Das Vertrauen ins Leben ist für mich viel mehr als Sicherheit. Sicher kann ich nie sein - doch vertrauen, dass das Leben gut ausgeht, kann ich immer wieder.

 

Dieses Vertrauen ins Leben wünsche ich allen von ganzem Herzen.

Zum Jahreswechsel

Am Anfang meiner Existenz steht nicht ein Entschluss von mir selbst, zu sein.

Sondern am Anfang meiner Existenz steht eine Initiative, ein Jemand, der mich mir gegeben hat.

Romano Guardini, Die Annahme seiner selbst


Ich mag Weihnachten, ich mag die Zeit zwischen den Jahren und ich lasse mich von dieser Zeit beschenken . . .

 

Mir tut es gut, mich von der Zeit beschenken zu lassen. Das ist ja etwas völlig anderes als die Zeit zu nützen. In der Nützlichkeit gibt es einen Zweck und der betrifft in unserer Gesellschaft meistens das Geld. Wir alle brauchen Geld, um wohnen zu können und uns zu ernähren und natürlich auch dafür, andere mit kleinen Aufmerksamkeiten zu erfreuen. Natürlich gibt es noch viel mehr wofür wir alle Geld ausgeben. Doch eines können wir uns mit Geld nicht kaufen: Freundschaft mit dem Leben.

Ich meine, dass es sich lohnt über das eigene Leben nachzudenken. Das Wofür es sich zu leben lohnt. Für mich entdecke ich dabei immer die "vollen Scheunen in meiner Vergangenheit" (Frankl) und es tut mir richtig gut mich zu erinnern. Ja, ich weiß in der vollen Scheune liegen auch Scherben. Die Frage, die sich für mich stellt: Worauf schaue ich? Auf das Gute oder auf die Scherben?

Das Leben kennt beides und Mut zu haben bedeutet für mich den vielen Fragen, die mir das Leben stellt mit Verantwortung zu begegnen. In Verantwortung steckt Antwort drin und das heißt, dass ich mit mir und meinem Sein antworte.

Im Jahr 2017 wird mich das Leben einiges fragen. Derzeit überarbeite ich mein vergriffenes Buch "Vertrau auf dein Gefühl". Es soll im Juli erscheinen. Im Herbst freue ich mich darauf noch einmal einen Kongress im Bildunghaus Schloss Puchberg zu veranstalten. Das Thema: HOFFNUNG