Neuigkeiten und Gedanken


Februar 2019

"Wenn wir uns Zeit erkämpfen, in der wir uns wirklich ausruhen und regenerieren können,

stellen wir auch unsere Fähigkeit, aufmerksam zu sein, wieder her."

Desmond Tutu, Der Mensch ist das, um gut zu sein

 

Der Winter schenkt Bäumen und vielen Pflanzen Zeit zur Ruhe - Menschen in unseren Breitengraden brauchen im Winter Mantel, Schal und Mütze, um sich vor der Kälte zu schützen. Doch es gibt niemanden, der uns "Zeit und Ruhe schenkt", diese müssen wir uns selbst nehmen.

Die meisten von uns leben ständig in zwei Welten: In der unmittelbaren, die uns umgibt und in der virtuellen, die vom Handy bestimmt wird. Es ist eine ziemliche Herausforderung, sich zurückzuziehen solange man  leistungsfähig ist, denn ständig taucht der Gedanke auf, was alles noch zu tun wäre.

Dennoch sollten wir die gute Passivität pflegen. Zur guten Passivität gehört das "heilige Nichttun", wie es der Geigenbauer Martin Schleske beschreibt: "Besteht alles nur aus Sollen, droht das Leben in den Stürmen der Ansprüche zu kentern. Es ist der Schiffbruch der Selbstentwürdigung, die lautet: 'Ich bin nichts, denn ich schaffe nicht, was ich soll.' Besteht das Leben nur aus Sein, droht die ewige Flaute der Selbstbeschwichtigung: sie lautet: 'Ich muss nichts, denn es reicht, was ich bin!'"

Es lohnt sich, darüber nachzudenken: Wann kann ich wirklich ausruhen und regenerieren?

Welcher Ort eignet sich dafür? Ein Platz in meiner Wohnung? Ein Spaziergang ohne Anspruch auf Fitness? Tagebuch schreiben? Ein gutes Gespräch mit einem lieben Menschen? Musik hören ohne Tätigkeit nebenbei?

Diese Gedanken sind nicht nur für Menschen sinnvoll, die im Berufsleben stehen, sondern auch für Menschen, die ihren Ruhestand genießen möchten - ohne Anspruch auf Leistung.

Viel Freude beim Entdecken dessen, was richtig gut tut.

Jänner 2019

"Wann immer die Frage nach dem Sinn von Menschen gestellt wird,

lässt sich eine Antwort daher nur erhoffen oder gar erwarten

von einem Rückgriff auf das präreflexive Selbstverständnis,

das dem Menschen als solchem innewohnt.

Es muss ihm nur bewusst werden, was er irgendwie ohnehin schon immer weiß."

Viktor E. Frankl, Band 5 Gesammelte Werke

 

Viktor Frankl berührt mich immer wieder aufs Neue. 2018 erschien der fünfte Band der gesammelten Werke und darin sind Texte, die bisher nicht veröffentlicht wurden. Obiger Gedanke stammt aus dem Jahre 1973 und für mich bringt Viktor Frankl genau das auf den Punkt, was mich an ihm und seiner Lehre so begeistert. Er vertraut dem Menschen mehr, als ihn zu verdächtigen, er glaubt an ein Geheimnis, welches im Menschen wohnt und worauf er sich verlassen kann.

Momentan schreibe ich an einem neuen Buch: "Mich in meinem Leben finden". Ein Wegweiser mit Impulsen von Viktor E. Frankl und Ignatius von Loyola und ich habe mich u. a. eine Art fiktives Gespräch zwischen den beiden gewagt. Hier ist ein Ausschnitt:

 

Ignatius von Loyola

Ich muss sagen, ich bin überrascht, dass fünfhundert Jahre nach meinem Tod noch jemand an mich und meine Schriften denkt. Es gab in dieser langen Zeit eine große Füllle von Philosophen und Theologen und einige haben außerordentlich viel zur seelischen Heilung der Menschen beitragen.

 

 

Viktor Frankl

Verzeihen Sie, dass ich Sie unterbreche, doch mir geht es ähnlich. Obwohl ich vor etwas mehr als zwanzig Jahren verstorben bin, interessieren sich die Menschen noch immer für meine Sinnlehre. Bereits zu meiner Zeit faszinierte mich Ihr Gedanke, dass nicht das viele Wissen die Seele befriedigt und sättigt, sondern das innere Schauen und Verkosten der Dinge.

 

Ignatius von Loyola

Da gibt es wohl so etwas wie einen Gleichklang unserer Seelen. Mir fiel diese Ähnlichkeit auf, als ich in der Bibliothek des Universums Ihr Buch „Der unbewusste Gott“ gefunden habe. Von Ihnen stammt ja diese wunderbare Formulierung, dass das Gewissen ein Sinnorgan ist und dass es nicht nur darum geht Wissen zu vermitteln, sondern das Gewissen zu verfeinern. Das ist eine schwierige Aufgabe und war schon im Mittelalter alles andere als einfach. Vor allem jene Menschen, die an der Macht waren, haben ihr Gewissen nicht verfeinert, sondern viel Unheil angerichtet.

 

Auch wenn wir als einzelne wenig öffentliche Macht haben, die Möglichkeit unser Gewissen zu verfeinern verfügen alle, die sich dafür interessieren. Interesse bedeutet ja nicht, dass man sofort das findet, das einem selbst gut. Ich freue mich, dass ich mich ab Februar einmal monatlich mit interessierten Menschen in der Tyrolia Buchhandlung in der Maria Theresienstraße in Innsbruck treffen kann. Willkommen sind alle, die mehr von den Inhalten der Logotherapie erfahren wollen und Freude an einem guten Gespräch haben.

 

Wir haben diese Nachmittag als "Werkstatt der Lebensfreude" bezeichnet und am Mittwoch, 6. Februar um 15.00 findet diese zum ersten Mal statt. Sollten Sie Interesse haben, auf der Homepage des Tiroler Instituts für Logotherapie finden Sie mehr Information.