Neuigkeiten und Gedanken


Februar 2018

Die Selbstachtung kann man nicht nur verlieren,

indem man etwas tut, was eine innere Grenze überschreitet.

Man kann sie auch verlieren,

weil man nicht bereit ist,

die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.

Peter Bieri

 

Was Peter Bieri als ersten Gedanken beschreibt, habe ich einige Male erlebt. Ich dachte, es geht meinem Gegenüber besser, wenn ich darauf verzichte, meine Meinung zu sagen oder mir Zeit für ein Gespräch nehme obwohl ich etwas anderes tun wollte. Lange habe ich gebraucht, um zu mich fragen, ob ich dann auch die Verantwortung für mein Leben nicht übernehme? So einfach ist es nicht. Wenn mir klar ist, worauf ich verzichte und da gibt es einen guten Grund oder einen Wert, dann übernehme ich sehr klar Verantwortung. Schwierig wird es dort, wo der Wert der Rücksichtnahme zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Rücksichtnehmen ist eine gute Sache - allerdings gilt dies für Du und ich. Interesse zu zeigen, wie es Menschen, die mit oder neben mir wohnen geht, könnten wir als Tugend bezeichnen. Eine Tugend ist eine Gewohnheit, die auf das Gute ausgerichtet ist. Eine Tugend betrifft nicht nur eine einzelne Handlung, sondern die innere Haltung eines Menschen.

Ein Mensch, der bereits in seiner Kindheit gelernt hat, Rücksicht zu nehmen hat auch erkannt, dass er nicht allein auf der Welt ist. Verständnis für andere zu haben ist für ihn fast zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Irgendwann kommt auch der verständnisvollste Mensch an die Grenze der Überforderung und dann darf auch dieser lernen, dass der Gedanke von Peter Bieri nachdenkenswert ist.

Verständnis für andere, Rücksicht nehmen und offen sein für andere ist eine wunderbare Lebenseinstellung. Doch wird es zum Prinzip, also zu einem Grundsatz, der unter allen Umständen gilt, dann verändert sich das Gute zum Unguten.

Ein Gespräch mit einem liebevollen Menschen ist immer wieder hilfreich, um uns selbst auf gewohnte Denkmuster aufmerksam zu machen. Auf einmal entdeckt man: "Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur so selten dazu."

 

Jänner 2018

Zweifle nie daran,

dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen

die Welt verändern kann –

tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise,

in der die Welt jemals verändert wurde.

 Margret Mead

 

Immer wieder erlebe ich, dass Menschen die Bedingungen, in denen sie leben eigentlich gut finden. Trotzdem tauchen ziemlich rasch Klagen über dieses und jenes auf, zum Beispiel über die Veränderung des Nichtraucher-gesetzes. Mir gefällt dies Änderung auch nicht und ich freue mich darüber, dass die Ärztekammer ein Volksbegehren einleitet. 

Zu dieser Situation und ganz bestimmt zu vielen anderen Lebenslagen, passt der Gedanke von Friedrich Hölderlin: "Wo die Gefahr ist, dort wächst das Rettende auch!"

Vertrauen und Hoffnung zu beleben, wärmt die eigene Seelenlandschaft und dieses Wärmen gelingt mit Gedichten oder Geschichten oder mit Gedanken von Menschen, die etwas zu sagen haben.

"Mein guter Freund, das wird sich alles geben,

Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben."

Dieser Vers steht in Goethes Faust und regt zum Nachdenken kann. Sich selbst vertrauen ist eine große Herausforderung und wir brauchen Menschen, die uns in unserem Vertrauen stärken.

Viele Begegnungen, in denen Vertrauen entstehen kann, wünsch ich allen, die diese Gedanken lesen.