Aktuelle Gedanken

Erkenntnis verwirklichen – wie geht das?

Manchmal wirft uns das Leben Steine mitten auf unseren Weg. Die Steine verhindern das Weitergehen im Moment und verlangen einen Stop, ein Innehalten.
Menschen, die To-do-Listen verwenden, kommen an der Erfahrung, dass Steine den Weg versperren, nicht vorbei. Wer an seinen Überzeugungen festhält, obwohl das Leben selbst Gewohnheiten und eigene Ansprüche stört, wird vom Leben selbst hin und wieder enttäuscht. Planungen und Überzeugungen können sich in Hindernisse verwandeln. Das Leben selbst verhindert das Geplante. Die Steine mitten auf dem Weg sind „Zwischenfälle“, mit denen das Leben „stört“ und das Leben selbst verlangt ein bewusstes Hinschauen.
Niemand kommt auf einem geraden Weg ohne Steine auf dem Weg durchs Leben. Selbstreflexion ist gefragt und innehalten. In Ruhe nachdenken, wie die Hindernisse überwunden werden können, ist gefragt. Vielleicht entdeckt man mitten im Nachdenken Kreativität mitten in der Verzweiflung.

Nun wäre Erkenntnis gefragt und dazu ist ein Hinschauen erforderlich, und zwar von jenen, denen bereits viel in ihrem Leben gelungen ist. Nicht jede junge Frau und jeder junge Mann verfügen über jene Belastbarkeit, welche unsere Gesellschaft derzeit fordert. Viel zu häufig wird Belastbarkeit als selbstverständlich vorausgesetzt. Damit verlieren die sogenannten Erfolgreichen die Fähigkeit zum Mitgefühl. Betroffenheit zu zeigen würde die Viel-Leister an ihre eigenen Überforderungen erinnern und dies tut weh. Das Erkennen der angerichteten Schäden löst intensiven Schmerz aus. Um diese seelische Belastung zu ertragen, braucht es Menschen, die Verständnis haben und es aushalten, nichts zu tun. Keineswegs geht es um eine Schuldzuweisung, sonden um den Mut Betroffenheit zu zeigen. In den meisten Fällen wäre Verständnis für das, was man selbst zu spät erkannt hat, eine Möglichkeit Traurigkeit zuzulassen. Die eigene Belastungsfähigkeit rechtzeitig wahrzunehmen und Worte zufinden, um körperliche oder seelische Begrenzung mitzuteilen, ist wesentlich, um das Mitgefühl zu pflegen.

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