In jedem Falle behält der Mensch die Freiheit und Möglichkeit,
sich für oder gegen den Einfluss der Umgebung zu entscheiden.
Viktor E. Frankl
In seinem Buch „Über Freiheit“ unterscheidet Timothy Snyder die Freiheit zu etwas als „positive Freiheit“ und die Freiheit von etwas als „negative Freiheit“.
„Bei der Freiheit zu, der positiven Freiheit, geht es darum, darüber nachzudenken, was wir werden wollen.
Was ist für uns wertvoll?
Wie realisieren wir unsere Werte in der Welt?“
Timothy Snyder mutet dem Menschen – ebenso wie Viktor Frankl – zu, dass er nicht frei ist „von“ etwas“. Es hat nur sehr wenig mit Freiheit zu tun, das zu verneinen und abzuwerten, was einem nicht gefällt. Freiheit bedeutet nicht, nur das zu tun, was einem gerade in den Kram passt. Heute so und morgen so, das könnten wir als Willkür bezeichnen. Willkür ist das Kennzeichen verbrecherischer Systeme.
Demgegenüber liegt im ZU etwas unsere persönliche Freiheit, uns berühren zu lassen und zu entscheiden. Was in uns nicht auf Resonanz stößt, geht an uns vorbei. Menschen, denen Humanität nichts bedeutet, suchen einzig allein den eigenen Vorteil und so lange man sie lässt, nützen sie ohne Rücksicht auf Verluste alles aus.
das ich endlich sagen will,
ist hundertmal gedacht, still formuliert,
nie ausgesprochen.
Es brennt mir im Magen,
nimmt mir den Atem,
wird zwischen
meinen Zähnen zermalmt
und verlässt als freundliches
JA meinen Mund.
Freiheit weiß um die Hindernisse

„Wenn wir davon ausgehen, dass Freiheit etwas Negatives ist,
die Abwesenheit von diesem oder jenem, glauben wir,
dass wir nur ein Hindernis beseitigen müssen.
In dieser Denkweise ist die Freiheit der Normalzustand des Universums,
der uns von einer höheren Macht gebracht wird,
wenn wir den Weg frei machen. Das ist naiv.„
Timothy Snyder
Wer meint, man könne erst dann Freiheit finden, wenn alle Steine aus dem Weg geräumt sind, wird das Wesen der Freiheit kaum verstehen können. Dies gilt für die Techgiganten im Silicon Valley und anderswo genauso, wie für einige Menschen, die überzeugt sind, dass man alles aus eigener Kraft erreichen kann. Das ist auch naiv.
Die Freiheit hat nicht nur einen Wert, sondern sie hat auch einen hohen Preis. „Man muss einen Preis für die Freiheit zahlen. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn gerne zahle.“ Dies sagte Hannah Arendt in dem berühmten Interview mit Günter Gaus. Die Freiheit gehört wohl zum größten aller Menschenrechte und vermutlich haben Diktatoren vor niemandem mehr Angst als vor Menschen, die bereit sind für die Freiheit zu kämpfen.
Die Freiheit braucht auch beide Kardinaltugenden: Die Klugheit – prudentia – und die Tapferkeit – fortitudo. Andere Worte wären Widerstand und Ergebung. Ergebung ist dort angesagt, wo Widerstand sinnlos ist.

„Wenn wir Freiheit lediglich als etwas definieren,
das verloren gehen kann, fragen wir nie,
wie sie gewonnen wurde,
wie Menschen überhaupt souverän wurden.“
Timothy Snyder
an den ihn die Schwerkraft fesselt,
ohne die aber das Gehen unmöglich wäre.
Zu unserem Schicksal haben wir zu stehen wie zu dem Boden,
auf dem wir stehen – ein Boden,
der das Sprungbrett für unsere Freiheit ist.
Das Sprungbrett für die persönliche Freiheit wahrzunehmen ist der erste Anlauf zum Sprung . . .
Wesentlich wäre, Stereotypen oder Prinzipien zu hinterfragen. Meistens basiert die Aussage „nicht anders zu können“ als Ja zu sagen, obwohl man Nein sagen möchte auf Gewohnheiten.
Gibt es, wenn zu wenig Freiheit herrscht, eine Alternative zur Rebellion?
Diese Frage stellt Theodore Zeldin in seinem Buch: „Gut leben, ein Kompass der Lebenskunst“