Aktuelle Gedanken

Vom Zauber des geheimnisvollen Trostes

Mir begegnen zu oft Menschen, welche den normalen Alltag kaum mehr aushalten. Sie möchten für jedes Geschehen eine Erklärung und schlussendlich geben sie sich mit billigen Reduzierungen zufrieden. Manche lassen sich vom Verstand in die Überheblichkeit von Erklärungen verführen und reduzieren das Leben und Menschen auf lösbare Probleme. Diese einfache Denkweise will die Welt von allem Negativen und vor jedem Schicksal bewahren. Das Geheimnisvolle gehört nicht zu ihrem Lebensplan. Im Geheimnis wohnt das Vertrauen und die Zuversicht, jedoch nicht die Sicherheit. Im tröstenden Geheimnis wohnt nicht die eigene Kraft, um noch mehr von sich zu verlangen. Wo der Anspruch an die eigene Kraft mangelndes Vertrauen ins Leben ersetzt, wird die Selbstausbeutung gestärkt. Fehlt die Kraft zum Durchhalten, nehmen einige nicht mehr wahr, was gut tut und was tröstet. In solchen Momenten verlangen Menschen zu oft ein funktionales Maschinendenken von sich selbst. Das Bewusstsein, dass man als Mensch begrenzt ist, verschwindet. Maschinen funktionieren nach Programm auf Knopfdruck, eigene Wahrnehmung und persönliche Entscheidungen kennen technische Geräte nicht. Das Maschinendenken – wird es vom Menschen verlangt – gehört zum Banalen, das Hannah Arendt als das Böse bezeichnet,

So ermutigen mich Gedanken von anderen zum „Mitspielen im Guten“.
Natalie Knapp gehört auch dazu. Sie lebt in Berlin und im Radiosender Ö 1 sprach sie am Sonntag, 29. März 2026 über Zeiten der Unsicherheit und wie wir lernen können, diese wertzuschätzen.

Im Lesen von anderen, entdecke ich Erfahrungen, die ich ohne die Gedanken anderer nicht gemacht hätte. Im Buch „Mein Leben mit Mozart“ beschreibt Eric Emmanuel Schmitt die unterschiedlichen Erfahrungen seiner Mutter und seiner Schwester mit der Musik von Mozart. Für ihn selbst war es eine „geheimnisvolle Liebe“.

„Auf so seltsamen, wirren Umwegen macht man große Erfahrungen, sie sind immer ungeordnet, einzigartig und begrenzt, auf unerklärliche Weise etwas Besonderes, für die einen Offenbarung, für die anderen reine Leere.
Demnach warst Du eine verzögerte Liebe auf den ersten Blick, Mozart.
Die Liebe auf den ersten Blick ist in der Kunst wie in der Liebe gleich geheimnisvoll.“

Geheimnis bedeutet auch, zu ahnen, dass es mehr gibt als den Augenblick.
„Ich will nicht in Übereinstimmung mit meiner augenblicklichen Kargheit bleiben und so erlaube ich mir die Trennung von mir selbst. Es ist der kleine Tanz der Zukunft, der reicher und menschlicher sein soll, als der Augenblick es ist.
Hoffnung heißt auch, in sich selbst mehr Reichtum zu vermuten, als schon erkennbar ist. So spiele ich das Spiel meines eigenen Reichtums, zu dem ich noch unterwegs bin.“ Fulbert Steffensky

Bei Reinhold Stecher fand ich in seinen „Werten im Wellengang“ das Interview mit dem Geheimnis.

Geheimnis: Es gibt viele Gelegenheiten, in denen das Herz auf die Suche geht. Ich erlebe bei den Menschen viele Grenzerfahrungen.

Interviewer: Natürlich weißt du viel mehr. Ich weiß nur, dass diese Sehnsucht nach Sinn und Geborgenheit in unserer Zeit auch große Psychotherapeuten bestätigen. Das hat mir Viktor Frankl noch in einem Brief vor seinem Tod geschrieben. Er war ein Leben lang auf der Spur dieser Fragen, die in die Unendlichkeit führen.
Glaubst du nicht, dass du für viele Menschen doch letztlich etwas Fremdes, Unheimliches, ja Drohendes bist? Vergiss bitte nicht, wir sind sehr angstgeprägte Lebewesen . . .

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